------------------------------   
Energiewende von unten

Neuer Verein für Hohenlohe gegründet - "Fünfte Revolution" in Kirchberg
Homepage zum Verein  im Lauf der
kommenden Woche einsehbar:  www.energiewende-hohenlohe.de



Von großer Aufbruchstimmung für eine lokale Energierevolution geprägt war die Gründungsversammlung des Vereins Energiewende Hohenlohe. Sie war am Freitagabend in der Kirchberger Stadthalle.

HARTMUT VOLK

Zur Bild-Detailansicht...
Energiepolitische Visionäre aus Hohenlohe: Wahlleiter Michael Köttner gratuliert den Vorstandsmitgliedern Edwin Kraus, Gerhard Kreutz und Dietmar Kuschel (von links) zur Gründung des Vereins "Energiewende Hohenlohe". Foto: Volk 
Kirchberg "Das was Sie hier machen, hat es noch nie gegeben. Das geht in die Geschichte ein." Mit solch vollmundigen Worten begeisterte der in umweltpolitischen Kreisen bekannte Filmemacher und Produzent Carl A. Fechner die rund 50 Vereinsgründungsmitglieder für sein nächstes Großprojekt. Er ist der Regisseur des weltweit beachteten Films "Die 4. Revolution", einem Dokumentarfilm aus dem Jahr 2010, der die Vision einer global zu 100 Prozent aus erneuerbaren Ressourcen gespeisten Energieversorgung transportiert.
 
Der Film über die Energierevolution hat bei Edwin Kraus aus Gaggstatt, einem Vorkämpfer in Sachen alternative Energie, die visionäre Idee einer "fünften Revolution" ausgelöst: "Was global funktioniert, geht auch regional", war der 63-jährige Unternehmer überzeugt, und nahm mit Fechner Kontakt auf, um ihn für ein Filmprojekt über die Energiewende in der Modellregion Hohenlohe zu gewinnen.
 
"Wir möchten mit dem Film Power entfachen - in einem Landstrich wie Hohenlohe, wo kein Mensch Revolutionäres vermutet", sagt Gerhard Kreutz, der vor 20 Jahren die Energieinitiative Kirchberg gegründet hat. Zusammen mit Kraus und Dietmar Kuschel aus Ilshofen, dem Hauptamtsleiter und Initiator einiger Klimaschutz-Vorzeigeprojekte in der Gemeinde Michelfeld, hat er die Satzung für einen Verein ausgearbeitet, der das ehrgeizige Multi-Medien-Projekt "Energiemärchen Hohenlohe" Wirklichkeit werden lassen soll.
 
Die drei verlasen die Vereinssatzung vor fachkundigem Publikum, das sie nach einer konstruktiven Diskussion einstimmig verabschiedete. Unter der Leitung von Michael Köttner, einem Biogaspionier aus Weckelweiler, der als Vorsitzender der "Fördergesellschaft nachhaltiger Bioenergie- und Biogasnutzung" (FnBB) Biogasprojekte rund um den Globus betreut, und dem Filmprojekt seine volle Unterstützung zusagte, wurde anschließend zügig und öffentlich der Vereinsvorstand gewählt: Gerhard Kreutz als erster Vorsitzender, Edwin Kraus als zweiter sowie Dietmar Kuschel als Kassier.
 
Die vornehmliche Aufgabe des neuen Vereins ist es, die Geld und Sponsoren für die mit rund 700000 Euro veranschlagte Produktion des Aufklärungs- und Mutmach-Streifens zusammenzubringen. Das Kapital soll auf möglichst viele Geldgeber verteilt werden, um eine "Energiewende von unten" anzustoßen, nachdem von "oben" momentan wenig Innovatives zu erwarten ist: Als "wirtschaftspolitischen Amoklauf" kritisierte der grüne Hohenloher Bundestagsabgeordnete Harald Ebner in seinem Grußwort die Energiepolitik der schwarz-gelben Bundesregierung. Er betonte die Notwendigkeit einer regionalen und dezentralen Umrüstung auf regenerative Energieversorgung.
 
Bürgermeister Stefan Ohr verwies darauf, dass das Städtchen mit seinem Energiemix aus Wasser- und Windkraft, Fotovoltaik und Biogas schon heute rechnerisch unabhängig von fossiler Energie sei.
 
Das Filmprojekt, darin sind sich Initiator Kraus, Organisator Kreutz und Carl A. Fechner einig, soll "die Menschen emotional berühren", und neben der Schönheit des Landes auch die Innovationsleistungen seiner Bürger zeigen. "Es soll aber kein Imagefilm werden", betonte der Regisseur, sondern ein kritischer Dokumentarfilm, der auch Gegenstimmen zu Wort kommen lasse. Ziel sei es, dazu beizutragen, dass die Wärme-, Strom- und Mobilitätsversorgung der Hohenloher bis 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erfolge. Hohenlohe soll dabei zu einem Modell für ganz Deutschland werden - "Hohenlohe ist überall", bringt es Franz Alt auf den Punkt, der als Filmpate gewonnen werden konnte.
 
Dass Menschen nicht nur Energie verbrauchen, sondern auch versprühen, bewiesen neben dem Enthusiasmus der Veranstalter auch die Auftritte der jugendlichen Bewegungskünstler vom "Förderkreis künstlerischer Tanz" (FKT), die die Tagesordnung mit "getanzter Energie" in einem schwungvollen Mix aus klassischem Ballett und tänzerischer Akrobatik auflockerten.


-----------------------------------------
-------------------------

     Antrag auf Mitglied bei der Energiewende Hohenlohe

 Flyer Energiewende Hohenlohe


 Expose zum Film -  Energiewende Hohenlohe

Satzung für den Verein Energiewende Hohenlohe e. V.