Energie-Initiative Kirchberg e.V.
Initiative für den Raum Hohenlohe zur Verbreitung der erneuerbaren Energien
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ENERGIE/ In 25 Jahren alles ohne Kohle, Öl, Gas und Atom?

Ehrgeiziges Energiewende-Projekt

Jährlich fließen Millionen für Energie aus dem Kreis ab; Das Geld fehlt der Wirtschaft

Mit einer so genannten 'Impulsveranstaltung' im Haller Brenzhaus ging die Energie Initiative Kirchberg am Freitag Abend an die Öffentlichkeit, um ihr Projekt Energie wende 2030 bekannt zu machen und anzustoßen.
Auch drei Kreisräte (Herrmann, Braun, Neidhardt) sowie Stadtwerkechef Johannesvan Bergen und Kreis-Wirtschaftsförderer Werner Schmidt waren unter den Zuhörern.

ERNST WALTER HUG

"SCHÄBISCH HALL" Selbst als einst die Serienfertigung von Automobilen schon begonnen hatte, glaubten viele Menschen noch, man werde auf Pferde als Zug- und Reittiere niemals verzichten können. Selbstfahrende Kutschen und Lastkarren? - eine Utopie!
Obwohl Biogas längst in Blockheizwerken zu Strom und Wärme verbrannt wird, obwohl sich landauf, landab schon zahlreiche Windräder drehen und obwohl bereits Firmen und Stadtteile von thermischen und fotovoltaischen Solaranlagen mit Energie versorgt werden, glauben viele Menschen immer noch, dass man ohne Kohle, Öl, Gas oder Atomkraft den künftigen Energiebedarf nicht wird decken können. "Eine Utopie", sagen sie (lehnen das rundweg ab und beschäftigen sich wieder mit ihren 'Pferden und Zugochsen'.)
Doch der von der Energie-Initiative für diesen Abend eingeladene Referent Bene Müller, Geschäftsführer der von vielen Handwerkern, aber auch Öffentlichen Institutionen gegründeten Firma Solarcomplex GmbH aus Konstanz ("wir sind keine Bürgerinitiative sondern eine Bürgerfirma!") hielt solchem Denken Ergebnisse von Studien und eine volkswirtschaftliche Rechnung entgegen: Um alte Häusersubstanz zu sanieren und den Energieverbrauch auf ein Drittel des heutigen Standes zu senken, müsste man im Landkreis Konstanz mit 265 000 Einwohnern jährlich rund 30 Millionen Euro investieren. 21 bis 22 Millionen wären das umgerechnet für den Landkreis Schwäbisch Hall mit seinen rund 185000 Einwohnern. Um gleichzeitig eine ausreichend große Infrastruktur in regenerativer Energie-Erzeugung aufzubauen, (Biomasse, Solar, Wind,) wäre eine weitere Investitionssumme in etwa gleicher Höhe nötig. Dieses Geld aber wärde vorwiegend Firmen und Handwerkern vor Ort zu Gute kommen, die damit auch Arbeitsplätze schaffen und sichern.
Heute fließt das Geld für Energie aus unseren Landkreisen ab. "2650 Euro pro Kopf und Jahr sind das, rechnet das Statistische Bundesamt vor", so der Referent. Ausgaben nicht nur für Heizung, Strom oder Benzin, sondern auch anteilige Energiekosten jeglicher Tätigkeit, etwa wenn wir ins Kino gehen, Eisessen, oder im Supermarkt einkaufen. Waren müssen transportiert werden, der Supermarkt ist beleuchtet, beheizt, gekühlt..." alles Dinge, auf die wir ja nicht verzichten wollen. Und selbst wenn wir die Hälfte als Steuern und Gewinne der Händler abziehen, so sind das im Landkreis Konstanz immer noch rund 350 Millionen Euro jedes Jahr." (Für den Landkreis Schwäbisch Hall macht dies 245 Millionen Euro) "Nur warum sollen wir das Geld dafür nach Dubai fliegen lassen oder auf Saudi-Arabische Konten in den USA?", fragte der Referent. "Leute, die Holzhackschnitzel herstellen oder Wasserkraftwerke betreiben wohnen vor Ort, und auch eine Menge jener Firmen, die uns Kollektoren bauen, mit denen wir selbst kostenloses Sonnenlicht thermisch (Heizung) oder fotovoltaisch (Strom) ernten können, sind hier bei uns vor Ort tätig. Das investierte Geld fließt von ihnen wieder in unsere Wirtschaft zurück, es entstehen neue Arbeitsplätze." 2000 bis 3000 hat die Energie-Initiative Kirchberg bereits für den Landkreis Hall hochgerechnet. Wie's im Landkreis weitergeht, wird man sicherlich bald von der Energie-Initiative hören.

Die Energie-Initiative ist im Internet unter www.energieinitiative.de vertreten. Per Telefon ist sie unter (07954)1220 und per Fax unter (07954)1321 erreichbar. Vorsitzender ist Gerhard Kreutz aus Kirchberg, 2. Vorsitzender der Haller Solar-Pionier Werner Schweinzer. Die Bürgerfirma "solarcomplex" stellt Informationen unter www.solarcomplex.de zur Verfügung.