Energie-Initiative Kirchberg e.V.
Initiative für den Raum Hohenlohe zur Verbreitung der erneuerbaren Energien
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Leserbrief zu:  Tabu im Untergrund (Der Spiegel 10/2013)

Am Ende unserer Energiewende steht eine Stromversorgung, bei der wir alles  Gas, das wir dann noch benötigen, in sonnen- und windreichen Monaten aus überschüssigem  Strom aus regenerativen Quellen erzeugen. Da es auf dem Weg zu diesem Ziel noch genügend fossiles Erdgas aus bisherigen Quellen gibt, brauchen wir kein zusätzliches Gas durch Fracking. Alle Forschungen zu dieser mit Risiken behafteten Technologie können deshalb sofort beendet werden. Ein Weitermachen bedeutet Verschwendung von finanziellen Mitteln, die besser anders eingesetzt werden.  Dies gilt auch für die CCS-Speicherung. Die geringen CO2-Emissionen, die nach der Energiewende noch anfallen, können über die Erzeugung von Biomasse der Atmosphäre wieder entzogen und  so im Boden gespeichert werden.

Manfred Sturm
Michelbach an der Bilz
Sprecher der Energie-Initiative Kirchberg e. V.


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Manfred Sturm
Wilhelm-Schrader-Straße 10
74544 Michelbach an der Bilz
Sprecher der Energie-Initiative Kirchberg e. V.

Sehr geehrter Herr Nemeth,

Am 5. März 2013 wurden Sie im Haller Tagblatt in dem Artikel CDU entdeckt ihr Herz für Windkraft zitiert: "Baden-Württemberg hat die rote Laterne unter den Flächenländern" sagte der CDU-Energieexperte Paul Nemeth. Dieses "Versagen" sei ein Offenbarungseid" für Grün-Rot.

Es ist erstaunlich, dass ein Energieexperte sich in dieser Weise äußert. Auch Ihnen ist doch bekannt, dass
- die neue Landesregierung zunächst einmal mit dem neuen Landesplanungsgesetz und dem Windenergieerlass die langjährige Verhinderungspraxis der alten CDU/FDP - Regierung außer Kraft setzen musste.
- die Gemeinden erst anschließend mit dem Erstellen neuer Flächennutzungspläne beginnen konnten und diese fast alle noch nicht endgültig beschlossen sind.
- Anlagenbauer zur Sicherheit ihrer Investitionen ein Jahr lang den Wind messen sollten.
- für die Erstellung von aussagekräftigen Naturschutzgutachten Beobachtungszeiten von einem Jahr erforderlich sind.
- die Gründung von Genossenschaften für Bürgerwindräder und die Beschaffung der Mittel zur Finanzierung nicht ganz einfach sind und viel Zeit benötigen.
- Windräder eine größere Lieferzeit haben.
- der Bau eines Windrades mindestens mehrere Monate dauert.

Auch wenn einige der genannten Aktivitäten teilweise parallel ablaufen können, ist doch klar, dass es bei uns noch kein einziges Windrad geben kann, das auf Grund der Maßnahmen der neuen Regierung gebaut worden ist. Von einem Energieexperten der CDU erwarten wir, dass er diesen Sachverhalt überblickt, in der Öffentlichkeit objektiv darstellt und notfalls seinem Fraktionsvorsitzenden und auch anderen Parteimitgliedern erklärt, wenn diese mit dem Thema nicht genügend vertraut sind. Wenn Sie bei den Ihnen im Haller Tagblatt zugeschriebenen Äußerungen bleiben, ist dies ein Offenbarungseid, aber nicht für Grün-Rot.

MfG
Manfred Sturm

PS: In der gleichen Ausgabe des Haller Tagblatt ist zu lesen, dass das MdB Christian von Stetten bei dem Projekt, das in unserer Gegend am weitesten fortgeschritten war, mit dazu beiträgt, dass es nicht zustande kommt. Dies ist am einfachsten zu erreichen, in dem man größere Abstände zu den Wohngebieten fordert.


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Stellungnahme der Energie-Initiative Kirchberg e.V.

Sehr geehrter Herr Kelber,

Auch wir lehnen das Fracking vollständig ab. Wir wollen nicht, dass die gleichen Fehler gemacht werden wie bei der Einführung der Kernenergie. Wir möchten nicht, dass erneut Risiken eingegangen werden, die spätere Generationen möglicherweise zu tragen haben.

Die Argumente, die Sie in Ihrem heutigen Interview im Deutschlandfunk genannt haben, treffen alle zu. Gefehlt hat leider eine ganz wichtige Aussage: Wenn wir die Energiewende richtig umsetzen, brauchen wir das fossile Erdgas und damit das Fracking überhaupt nicht. Wir werden dann das noch benötigte "Erdgas" über POWER TO GAS aus überschüssigem Solar- und Windstrom über die Methanisierung erzeugen. Diese Technik kann spätestens in fünf bis zehn Jahren bei uns flächendeckend eingesetzt werden. Audi zeigt dies gerade und wird demnächst damit beginnen.

Dass eine vollständige Versorgung von Deutschland mit von jedermann bezahlbarer regenerativer Energie möglich ist und wie dies funktioniert, zeigt ein Artikel in der Zeitschrift Photon (10/12). Eine von mir erstellte Kurzfassung hänge ich an.  Eine Studie des Fraunhoferinstituts ISE (100 % ERNEUERBARE ENERGIEN FÜR STROM UND WÄRME IN DEUTSCHLAND) beschäftigt sich ebenfalls mit der Vollversorgung von Deutschland. Leider ist diese Studie noch nicht ganz fertig. Sie hat bisher noch die industriell genutzte Wärme und den Verkehr ausgeklammert. Es zeichnet sich jedoch klar ab, dass das Fraunhoferinstitut die von Photon ermittelten Ergebnisse nach Abschluss seiner Studie bestätigen wird. Potenzialgrenzen bei den regenerativen Energien ( Wind und Sonne, heimischen Quellen) sind bisher nicht erkennbar.


Mit freundlichen Grüßen
Manfred Sturm




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